Zurück in der Heimat können wir noch immer nicht ganz begreifen, was uns in Ravenna auf der Clubeuropameisterschaft gelungen ist. Über ein Jahr hartes Training und Vorbereitung haben sich wirklich ausgezahlt-das Damenboot von Black Wave hat gezeigt, dass mit diesem Team zu rechnen ist. Aber der Reihe nach:

Zwei Tage vor Beginn des Wettkampfes machte sich der Großteil des Teams mit zwei VW-Bussen von Hannover aus auf den Weg nach Ravenna. Einige SportlerInnen waren bereits angereist und genossen die Zeit im Pool, in den auch der Rest des Teams nach Ankunft ohne Umwege sprang.

Der nächste Tag begann nach dem Frühstück mit einem Sportprogramm-Mobility sollte wohl im nächsten Jahr bei einigen nicht so sehr vernachlässigt werden. Am Nachmittag ging es dann endlich zur Regattastrecke. Ein Training stand auf dem Plan. In zwei verschiedenen Bootsbesatzungen galt es, sich noch ein letztes Mal ein gutes Gefühl zu holen und die Nervosität abzuschütteln. Nach dem Abendessen fanden Sabrina und Bernd die richtigen Worte, um das Team auf die erste internationale Regatta einzustimmen. Das dies die richtige Wirkung hatte, sollte sich am nächsten Tag herausstellen.

16 Frauenboote traten auf den 2000m an. Es wurden 3 Wenden gefahren und alle Boote starteten nacheinander in einem gemeinsamen Rennen im Abstand von 15 Sekunden. Black Wave war Boot Nummer 4. Nach einem guten Start packten die Mädels den langen Hammer aus und konnten so bereits in der ersten Wende das erste Boot einholen. Das Team aus Zypern agierte sehr fair und machte trotz Vorrecht Platz in der Wende, sodass Black Wave innen vorbeiziehen konnte. Dieses Überholmanöver beflügelte das Team-egal welches Kommando von Ines auf der Trommel und Iris am Steuer an das Boot getragen wurde-jeder Schlag wurde mit maximalem Druck gefahren. Durch die zweite Wende wurde das Boot durch Anfeuerungsrufe der restlichen Teammitglieder, Supporter und unseren Freunden vom Beast Boat getragen. In der Nähe der letzten Wende hatte Black Wave den Abstand zu zwei Booten aus Ungarn und der Ukraine erheblich reduziert, was in der Wende hätte eng werden können. Aus unerklärlichen Gründen fuhren beide Boote aber an der Wende vorbei geradeaus, wodurch sich Black Wave an die erste Position setzen konnte und als erstes über die Ziellinie fuhr. Das war das perfekte Rennen-nun musste man die Zeiten aller Boote abwarten. Wieder an Land hieß es zunächst Platz 4-was aber kurz darauf korrigiert wurde: Platz 3!!!! Da zitterten sogar mal Trainer Bernd kurz die Hände. Die Mädels konnten es nicht fassen-gut, dass es Sonnenbrillen mit verspiegelten Gläsern gibt, sonst hätte man die einen oder anderen Freudentränen sehen können. Eine Siegerehrung für das Damenboot gab es aufgrund ungerechtfertigter Proteste an diesem Tag leider nicht mehr, was erst nach 7 Stunden Wartezeit verkündet wurde. Dank Bernds Einsatz sollte sich aber an der Platzierung der ersten drei Plätze nichts mehr ändern. In der Wartezeit konnten die Mädels Stephan im Beast Boat anfeuern und zu Gold im 10er Open Boot sowie zu Bronze im 20er Mixed Boot gratulieren. Zurück an der Unterkunft gab es eine kleine verhaltene Poolparty, da am nächsten Tag die 200m auf dem Plan standen.

Die 200m Rennen der Frauen im Smallboat begannen erst am Nachmittag. Der Renntag versprach anspruchsvoll zu werden. Gelang es nicht den Hoffnungslauf zu vermeiden, würde man jede Stunde ein Rennen mit Finalcharakter haben. Dies sollte vermieden werden. Der Start des ersten Rennens funktionierte gewohnt kraftvoll. Nach dem Start fehlte die Konzentration, sodass der direkt Halbfinaleinzug jedoch nicht gelang. Für den Hoffnungslauf forderten Sabrina und Bernd den Willen des Vortages. Daraufhin wurde der Hoffnungslauf souverän gewonnen, der Halbfinaleinzug war geglückt. Das Halbfinale verlief ordentlich aber leider nicht so perfekt wie der vorangegangene Lauf, was auf einer internationalen Bühne nicht verziehen wird. Im B-Final wollte das Team noch einmal zeigen, was in dem Boot steckte und gewann. Am Ende also Platz 9 von 20-das Trainergespann war sehr zufrieden. Nach dem letzten Rennen fand dann auch endlich die langersehnte Siegerehrung der 2000m statt. Ein Moment der allen Sportlerinnen in Erinnerung bleiben wird. Ein großes Danke an das Beast Boat, das mit uns diesen Moment gefeiert hat. Das Beast Boat mit Stephan an Board erreichte an diesem Tag mit dem 10er open Boot einen starken 5. Platz in einem hochkarätig besetzten Starterfeld.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Erholung. Nach dem Frühstück fuhr eine Delegation zur Regattastrecke, um Stephan und das Beast Boat beim Mixed Finale anzufeuern-Platz 3 am Ende!!! Zurück im Hotel gab es ein weiteres Mobility-Programm von Sabrina. Noch lassen sich keine Fortschritte erkennen. Die anschließende Aqua-Gymnastik von Jojo konnten dagegen alle etwas leichter umsetzen. Den restlichen Tag verbrachten einige SporlerInnen in der Stadt und belohnten sich mit einem echten italienischem Gelato, während Andere den Tag zwischen der Strecke und dem Pool verbrachten. Stephan konnte mit dem Beast Boat noch einmal Bronze im 20er Mixed Boot nach Hause holen. Nach einem gemeinsamen Abendessen in einer Pizzeria, stimmten Bernd und Sabrina das Team auf die 500m ein-Kopf ausschalten und sich selbst für die harte Vorbereitung belohnen-nach den ersten Renntagen hatte das Team nichts zu verlieren.

Der Modus für die 500m war der gleiche wie zuvor für die 200m, die Zielvorgabe für das erste Rennen war also ganz klar der direkte Einzug ins Halbfinale. Um am Vormittag den Kreislauf in Schwung zu bekommen, gab es ein kleines Laufspiel. Kleiner Blessuren blieben dabei nicht aus-der Siegeswille ist nicht nur auf dem Wasser zu spüren. Nach dem Mittag ging es zur Strecke. Sehr fokussiert ging das Team in das erste Rennen. Die erste Rennhälfte verlief nach Plan, doch dann verlor die Steuerfrau des Bootes auf der Nachbarbahn das Gleichgewicht, sodass dieses Boot in die Bahn von Black Wave fuhr. Der beinahe Zusammenstoß brachte das Team dennoch nicht aus dem Konzept, sodass der direkte Einzug ins Halbfinale gelang. Sabrina war dennoch mit Kleinigkeiten unzufrieden, sodass klar war, für den Einzug ins große Finale mussten alle Sportlerinnen fokussierter sein. Man merkte, alle wollten die große Überraschung und ins große Finale einziehen. Vor jedem Rennen gab es nun eine Ansprache von Bernd und anschließend noch einmal von Sabrina. Mit diesem Teamspirit ging es ins Halbfinale. Dieses Mal funktionierte die gesamte Rennstruktur.

Das A-Finale wurde erreicht. Im letzten Rennen der Europameisterschaft für Black Wave wuchsen alle über sich hinaus, egal ob es die Sportlerinnen im Boot oder die Teammitglieder am Rand waren-der Zusammenhalt gab die richtige Motivation. In einem spannenden Rennen erreichte das Team einen starken 5. Platz, der Abstand zu Platz 3 betrug gerade mal 4 Zehntel.

Stephan und das Beast Boat belohnten sich an diesem Tag mit Bronze im 10er open Boot auf 500m.

Diese erfolgreiche Europameisterschaft Teilnahme wurde entsprechend am Samstagabend bis in die Nacht gefeiert.

Am Sonntag wurde der freie Tag am Strand und an der Regattastrecke genossen. Stephan hatte die Zielvorgabe den Medaillensatz komplett zu machen und Silber mit nach Hause zu bringen. Dies scheint er auch an sein Team weitergetragen zu haben, denn das Beast Boat belegte an diesem Tag Platz 2 im 20er Mixed Boot auf den 500m.

Am Abend gab es leider keine gebührende Abschlussfeier seitens des Veranstalters, aber das Beast Boat ließ es sich nicht nehmen und lud zu einer großartigen Beach Party ein.

Am Montag ging es für den Großteil des Teams zurück in die Heimat. Nun heißt es kurz durchatmen und Kräfte sammeln bevor am 23.9. die Qualifikation für die Club-WM 2024 in Ravenna stattfindet.

Wir danken all unseren Unterstützern und Sponsoren, die uns auf diesem Weg begleitet haben. Dank an VW, Keding Brandschutz, Goodsports und Naturafit.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende 😉

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