Vergangenes Wochenende fand die 12. Offene Gemeinsame Deutsche Drachenboot-Meisterschaft auf der Olympia-Regattastrecke in München-Oberschleißheim statt. Zugleich das Saisonhighlight für einige SportlerInnen und die perfekte Generalprobe für die Anfang September in Taiwan stattfindende Club-Weltmeisterschaft. Black Wave ging sowohl im Standardboot als auch im Small-Boot mit dem Frauenteam an den Start.
Donnerstagabend reiste das Team in Hebertshausen (nah dran an Herbertshausen-wir sind für eine Namensänderung) an, wo die SportlerInnen herzlich von den Gastgebern inklusive Kater Günther im Gasthaus Mosshäusl begrüßt wurden. Beim gemeinschaftlichen Abendessen wurde sich auf das Wochenende eingestimmt. Im Sonnenuntergang machte sich das Team mit einer kurzen Trainingseinheit in romantischer Stimmung mit der Strecke vertraut.

Los ging es am Freitag mit der Sprintdistanz auf 200m. Da sowohl bei den Standardbooten als auch bei den Small-Booten nur 6 Teams gemeldet waren, gab es je einen Vorlauf als Setzungslauf und ein großes Finale. Die Vorläufe der 200m und der 500m sollten für die 2000m am Sonntag die Startreihenfolge festlegen. Um sich eine gute Ausgangsposition für die Langstrecke zu schaffen, sollte also bereits das erste Rennen ein „Finallauf“ sein. Den Anfang machten die Small-Boote. Mit einem nicht geglückten Lauf reichte es dennoch für Platz 3 im Vorlauf. Hier fehlte ganz klar die Konzentration bei allen Sportlerinnen. Leider setzte sich dies auch im Finale fort. Am Ende Platz 6. Viel Zeit blieb nicht, dies abzuschütteln und vollen Fokus auf das Standardboot zu setzen. Hier zeigte sich die Saisonvorbereitung und Black Wave sicherte sich Platz 1 im Vorlauf. Im Finale musste sich Black Wave knapp den Spreesisters aus Berlin geschlagen geben und gewann am Ende Platz 2. Damit endete der erste Wettkampftag erfolgreich für das Standardboot. Beim gemeinschaftlichen Grillen lies das Team den Abend ausklingen.

Am Samstag stand die Königsdisziplin auf dem Programm: 500m. Wieder starteten die Small-Boote zuerst. Mit sieben gemeldeten Teams ging es gleich im ersten Lauf darum, direkt ins Finale einzuziehen und sich den Hoffnungslauf zu sparen. Ein Sieg musste her. Mit den Greifensee Dragons und dem Beast Boat aus Magdeburg im Lauf keine leicht Aufgabe. Hoch motiviert und voll fokussiert ging das Team an den Start. Die Magdeburger schenkten Black Wave nichts und so wurde das Rennen voll gefahren. Im Endspurt glückte Black Wave mit Platz 1 der direkte Einzug ins Finale. Das war wichtig, um etwas Kräfte zu sparen und Selbstbewusstsein zu tanken. Leider war auch hier im Finale der Wurm drin und was schief gehen konnte, ging schief. Es sollte einfach auch an diesem Tag nicht sein und die Leistung aus dem Vorlauf konnte nicht wiederholt werden. Platz 6 am Ende. Wieder hieß es, dieses Rennen abschütteln auch wenn mal deutliche Worte des Trainers nötig waren. Vollen Fokus auf das Standardboot. Im Marshelling gab es für jede Sportlerin noch einen persönlichen push vom Trainer. Man wollte auch hier im Vorlauf den Startplatz für die morgigen 2000m sichern. Im Standardboot funktionierte alles wie gewohnt. Platz 1 knapp vor dem Beast Boat. Das Finale ließ nicht lange auf sich warten. Nun hieß es „Hebel auf den Tisch“. Mit einem super Start holte sich das Team eine gute Ausgangslage für die Strecke. Druckschläge und Frequenzerhöhungen kamen auf dem Punkt und das Boot flog nach vorn. Hier ließ Black Wave nichts mehr anbrennen. Frei nach dem Motto dieses Mal nicht auf ein Fotofinish zu setzen, schoben sich die Sportlerinnen immer weiter nach vorn. Mit 2 Sekunden Vorsprung gewann Black Wave diesen Meistertitel. Nicht nur das, diese Leistung hinterließ Eindruck in der Drachenbootwelt und lieferte die Belohnung einer fokussierten Saisonvorbereitung. In Halle betrug der Abstand zu Platz 2 noch 0,1 Sekunden.

Dieser Erfolg wurde ein wenig an der Strecke mit gemeinschaftlichem Pizzaessen und Dosencocktails gefeiert. Zum späteren Abend wurde dies zur Unterkunft verlegt, wo die Gastgeber „nur für das Team“ extra ihre Außenbeleuchtung zum Flutlicht für die neuen deutschen MeisterInnen umgebaut hatten.

Am Sonntag ging es auf die Langstrecke-die 2000m. Dank guter Vorläufe hatte sich Black Wave gute Ausgangspositionen für das abschließende Rennen geschaffen. Zunächst wurden die Small-Boote ins Rennen geschickt. Hoch motiviert wollte Black Wave zeigen, dass sie trotz Saisonfokus auf dem Großboot, auch im Small-Boot abliefern können. Mit Startplatz 2 hinter den Neckardrachen, gejagt von dem Roten Drachen aus Mülheim, hätten die Bedingungen besser nicht sein können. Wie bereits aus vorangegangen Veranstaltungen in Oberschleißheim bekannt, startete man hier direkt vor der ersten Wende. Kein Problem für Black Wave, man war darauf eingestellt. Angetrieben von Eileen am Steuer und Anne auf der Trommel, versuchte sich das Team an die Neckardrachen ran zuarbeiten und gleichzeitig es den Verfolgern so schwer wie möglich zu machen. Endlich war es wieder da-das Laufgefühl im Small-Boot. Black Wave marschierte über die 2000m, Eileen steuerte perfekte Wenden und in einem starken Endspurt sicherte sich Black Wave Bronze, knapp hinter den zweitplatzierten Neckardrachen. Der Sieg ging an das diesjährige unschlagbare Team den Roten Drachen aus Mülheim-Herzlichen Glückwunsch zum Triple. Es geht also doch noch im Small-Boot.
Davon beflügelt, ging es bereits 60 min später im Standardboot an den Start. Black Wave hatte sich hier den ersten Startplatz erarbeitet. Dies kann durch freies Wasser ein Vorteil sein, da man aber keine Boote vor sich hat, auch durchaus ein Nachteil. Jedoch nicht mit Anne und Eileen als Motivatoren. Die Beiden ließen den Sportlerinnen keine Zeit zum Nachdenken und trieben das Boot nach vorn. Die Wenden wurden perfekt getroffen und Bernd sowie zahlreiche Supporter feuerten vom Rand aus an. Am Ende wurde der Kampf belohnt und mit einem Vorsprung von 13 Sekunden gelang die Titelverteidigung auch auf den 2000m. Die Club-WM in Taiwan kann kommen.

Doch nicht nur das Frauenteam war am Wochenende bei der DM vertreten. Auch Stephan und Christoph durften sich auspowern. Stephan ging mit dem Beast Boat aus Magdeburg and den Start und Christoph stieg bei Thunder ein. Beide durften sich ebenfalls über zahlreiche Erfolge freuen:
Stephan
200m
SM Mixed Silber
SB Mixed Gold
SB Open Bronze
500m
SM Mixer Bronze
SM Open Silber
SB Open Bronze
2000m
SM Mixed Bronze
SM Open Gold
SB Open Bronze
Christoph
200m
SB Open Silber
500m
SB Open silber
2000m
SB Open Gold

Abschließend muss man sagen, dass nach der top organisierten Veranstaltung in Halle die Frage bleibt, warum man von einem Austragungsort in der Mitte von Deutschland nach München wechselt, wodurch die Mehrheit der Teams eine unverhältnismäßig lange Anreise auf sich nehmen mussten, wo keine einer deutschen Meisterschaft gerechten Startbedingungen geschaffen wurden, veraltete Boote zum Einsatz kamen und überteuerte an der Hauptstraße gelegenen Campingplätze den SportlerInnen zur Verfügung standen. Bleibt zu hoffen, dass man nach dem dritten Versuch in Oberschleißheim nun etwas daraus lernen wird. Großer Dank an das Veranstaltungsteam, die alles versucht haben unter den gegebenen Umständen eine erfolgreiche Meisterschaft auf die Beine zu stellen.
