Vom 04. Bis 07. September fand die Club Europameisterschaft in Belgrad, Serbien statt. Black Wave startete mit einem kleinen Frauenboot und übertraf alle Erwartungen. Aber der Reihe nach.

Los ging es Dienstagfrüh um 6 Uhr. Noch vor dem Abflug wurden Svea und Betti mit einem nachträglichen Geburtstagsständchen überrascht, was die morgendliche Blässe im Gesicht verschwinden ließ. Nach dem Umstieg in Amsterdam, bei dem dank eines Trackers auch die Paddel beim erfolgreichen Umstieg beobachtet werden konnten, erreichte der Großteil des Teams Belgrad gegen Mittag. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden sowohl der Mietwagenverleih als auch der Eingang der gebuchten Unterkunft gefunden, wo die Sportlerinnen persönlich in Empfang genommen wurden. Der restliche Tag wurde mit organisatorischen Dingen wie einkaufen, organisieren von Handtüchern und Bettzeug, der Teamregistrierung an der Strecke sowie mit dem Einsammeln der Nachzügler vom Flughafen verbracht. Beim gemeinsamen Abendessen stieg die Vorfreude auf den Wettkampf.

Am nächsten Morgen ging es zeitig los. 8 Uhr stand das erste Training auf dem Plan. Das Team war sogar noch vor den Offiziellen am Bootssteg. Die Boote lagen bereit, also wurden kurzerhand Steuer und Trommel selbst befestigt. Eine Stunde Training stand zur Verfügung. Konzentriert holten sich die Sportlerinnen ein Gefühl für das Wasser und alle bekamen die Chance sich auf die Bedingungen vor Ort einzustellen. Nach dem Training ging es zurück zur Unterkunft. Ein Teil des Teams erkundete die Umgebung, während eine kleine Delegation zurück zur Strecke fuhr, um am Team Managers Meeting teilzunehmen. Die Eröffnungsfeier fiel leider ins Wasser. Am Abend trafen dann auch der Chef-Bernd, Katja und Hanna in Belgrad ein und somit war das Team nun vollständig. Nach einem gemeinsamen Teamabend, ging es relativ früh ins Bett, denn am nächsten Tag sollte die EM starten.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Sprintdistanz. Die Kategorie small boat Frauen war für den Nachmittag angesetzt. Der Vormittag wurde zur individuellen Vorbereitung genutzt und gegen Mittag fuhren alle gemeinsam zur Strecke. Nach kurzer Suche wurde das Teamzelt gefunden. Hier stellte sich bereits heraus, dass es zu einer Verwechslung des Teamnamen und des Vereins gekommen war. In Belgrad wurde Black Wave unter dem Team Pseudonym SC Hannover aufgeführt-so auch in den Ergebnislisten zu finden. Dies sollte die Sportlerinnen aber nicht weiter stören. Der erste Lauf der 200m entschied über den direkten Einzug ins Finale oder ob noch ein Hoffnungslauf gefahren werden musste. Die Vorgabe von Bernd und Sabrina war klar-der erste Lauf musste sitzen, der direkte Finaleinzug war das Ziel. Im ersten Rennen traf man u.a. gleich auf die Neckardrachen, die beiden anderen Teams konnte man nicht einschätzen. Black Wave zeigte einen starken ersten Lauf und sicherte sich mit Platz eins den Finaleinzug. Viel Zeit bis zum Finale blieb nicht. In einem sehr guten Rennen lieferte sich Black Wave einen harten Kampf um Platz zwei mit dem Team Fönix aus Ungarn, die am Ende knapp die Nase vorn hatten. Black Wave freute sich über Bronze-die erste internationale Medaille auf der Sprintdistanz! Herzlichen Glückwunsch an das Beastboat, die ihre Sprintstärke nutzten und den Lauf für sich entscheiden konnten. Gemeinsam feierten die drei Teams bei der Siegerehrung bevor es zurück zur Unterkunft ging.

Glücklich und zufrieden lies das Team den Abend gemeinsam ausklingen und Bernd bereitete alle auf das am nächsten Tag anstehende 2000m Rennen vor.

Nach der kurzen Distanz, ging es am Freitag auf die 2000m. Die Startreihenfolge wurde anhand der 200m Ergebnisse gesetzt. Das bedeutete, Black Wave startete hinter Fönix aus Ungarn und dem Beastboat auf Position 3. Das Team freute sich sehr auf dieses Rennen und hatte sich viel vorgenommen. Hochmotiviert nahm man sich vor, Fönix auf der Strecke zu überholen. Mit einem kraftvollen Start ging Black Wave auf die Strecke. Angetrieben von Mailin auf der Trommel und Eileen am Steuer, die nicht zuließen, dass irgendjemand im Boot anfangen könnte zu denken. Es kam ein Kommando nach dem anderen und man konnte spüren, dass Eileen das vorausfahrende Boot unbedingt überholen wollte. Das übertrug sich auf die Paddlerinnen und bereits nach der ersten Wende gelang das Überholmanöver. Nun hatte man das Beastboat vor Augen. Auch hier wollten alle ranfahren. Keiner ließ irgendeinen Zweifel aufkommen, dass dies nicht klappen würde und Black Wave gelang es tatsächlich den Abstand zu verkürzen. Die letzten 500m wurden alle übrig gebliebenen Kraftreserven ausgepackt und mit einem kräftigen Endspurt kam Black Wave ins Ziel. Wofür es gut war, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand. Kurz nach dem Aussteigen versammelte Sabrina das Team und fand emotionale Worte für dieses unglaubliche Rennen. Egal, was dabei rauskommen würde, das war das Beste, was dieses Team auf dieser Strecke jemals geliefert hat. Am Teamzelt erschien die Wartezeit endlos. Bernd aktualisierte immer wieder die Ergebnisliste auf dem Handy. Sobald man irgendwo ein Team jubeln hörte, wurde sofort angenommen, es würde um das Ergebnis des small boat Frauen Rennens gehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit war es dann soweit und Bernd verkündete: „Mädels ihr habt gewonnen“. Unfassbar-Europameister!!! Und das mit 12 Sekunden Abstand auf Platz 2. Das Team konnte es nicht fassen und der Jubel war groß. Mit einem kühlen Getränk zum Anstoßen ging es überglücklich zur Siegerehrung. Zurück an der Unterkunft wurde im hauseigenen Pool gefeiert und die Einheimischen als Fans gewonnen. Der Abend wurde wieder gemeinsam verbracht. Die Bilder der letzten Tage wurden gemeinsam angeschaut. Besonders Nahaufnahmen der Gesichter am Start sind hier immer wieder ein Highlight.

Am nächsten Tag hatte Black Wave frei und in verschiedenen Gruppen wurde Belgrad erkundet. Die Einen nahmen an einer Stadtführung teil, während die Anderen sich von ChatGPT leiten ließen und im Dinopark endeten. Zwischendurch gab es die ein oder andere Abfrage zur Medaillenkontrolle, auf die die Sportlerinnen unterschiedlich vorbereitet waren. Hier muss die ein oder andere wohl noch dazulernen. Am Abend trafen sich alle zum gemeinsamen Abendessen in einer Pizzeria wieder-der Chef hatte eingeladen. Vielen Dank dafür. Nach dem Essen ging es gemeinsam zurück und noch auf dem Weg zur Unterkunft versammelte Bernd das Team, um alle auf den letzten Wettkampftag vorzubereiten.

Der letzte Tag wurde der Königsdisziplin, den 500m gewidmet. Der Modus war der Gleiche wie für die 200m. Man musste den Vorlauf gewinnen, um sich sicher den Hoffnungslauf sparen zu können. Dies war wieder das Ziel von Black Wave. Das würde nicht leicht werden, da man dieses Mal bereits im Vorlauf auf das Beastboat treffen würde. Hochmotiviert ging es an den Start. Mit einem perfekten Start bei Black Wave gelang es dem Beastboat nicht sich abzusetzen. Kraftvoll fuhr Black Wave auf die Strecke und Eileen entschied, dass das Rennen voll gefahren wird, da sie die Chance sah, die Magdeburger zu schlagen. Die Taktik ging auf und Black Wave gewann den Vorlauf. Damit konnte man Kräfte sparen und sich direkt auf das Finale vorbereiten. Im Finale musste sich das Team dann doch wieder knapp dem Beastboat geschlagen geben und gewann Silber auf den 500m. Auch hier wieder herzlichen Glückwunsch nach Magdeburg.

Damit machte das Team den Medaillensatz komplett und brachte Bronze, Silber und Gold zurück nach Hause. Am letzten Abend wurde auf die Erfolge angestoßen bevor es zur Abschlussparty der Thunder Dragons ging-vielen Dank für die Einladung! Lange konnte nicht gefeiert werden, da frühzeitig die Heimreise angetreten wurde, die für Einige Sportlerinnen aufgrund eines verpassten Anschlussfluges zum Roadtrip per Mietauto von Amsterdam nach Hannover entwickelte. Am Ende sind alle wohl behalten Zuhause angekommen.

Für ein paar Sportlerinnen war es der erste internationale Wettkampf überhaupt. Ein unglaubliches Ergebnis und es wird wohl noch etwas dauern bis alle diese Leistung realisiert haben.

Nächstes Wochenende beendet Black Wave die Saison mit einem letzten Wettkampf, dem Isecup in Hamburg. Hier startet Black Wave mit einem Mixed Boot-die Männer sind endlich mal wieder dabei-zumindest eine Handvoll.

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